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Die Philippinen - kurzer Überblick über Naturraum, Geschichte, Politik und Wirtschaft. Abiturarbeit von Nora Thule: 

Die in Südostasien gelegene Republik der Philippinen umfasst insgesamt einen Archipel von 7107 Inseln, wovon jedoch nur ca. 880 Inseln bewohnt sind. Die Gesamtfläche beläuft sich auf 300.000 qkm. Zwei Drittel der Fläche, hauptsächlich im Landesinneren, besteht aus über 1000 m hohen Gebirgszügen und ist schwer zugänglich, weshalb sich die Bevölkerung auf die Küstenebenen und die intramontanen Becken wie z.B. die Zentralebene von Manila (Manila ist die Hauptstadt) konzentriert. Im Westen grenzt der Archipel an das Südchinesische Meer, im Osten an den Pazifischen Ozean. Die Philippinen sind ein Teil des Randpazifischen Kettengebirgsgürtels. Geprägt wird dieser durch andauernde seismische Aktivitäten sowie aktiven Vulkanen, von denen es auf den Philippinen ungefähr zwölf tätige gibt.

Die Philippinen stehen unter dem Einfluss des tropisch- heißen Regenklimas. Die Vegetation ist typisch für die Tropen üppig und immergrün.
Rohstoffe auf den Philippinen sind sowohl Bergbauprodukte ( wie Salz, Kohle, Gold und Silber) und chemische Stoffe (z.B. Chrom, Phosphat) ,als auch Erdöl und Nutzholz (vgl. www.erdkunde-online.de/1331.htm).

Das Hauptanbauprodukt auf den Philippinen ist Reis. Das tropische Klima begünstigt die Landwirtschaft in dieser Region. Die fischreichen Gewässer bescheren den Filipinos eine weitere Einkommensquelle, mit dem Verkauf von Thunfisch und Garnelen stehen die Philippinen auf Platz vier im internationalen Vergleich.

1543 wurden die Philippinen von den Spaniern in Besitz genommen und waren über 350 Jahre spanische Kronkolonie. Die Spanier etablierten ihre Herrschaft mit dem vorrangigen Ziel, die dort ansässigen Filipinos zu missionieren. Im Spanisch- Amerikanischen Krieg müssten die Spanier die Philippinen dann an die Amerikaner verkaufen. Seither steht das Land stark unter dem Einfluss der USA. So errichteten sie z.B. einige militärische Basen auf den Philippinen und kontrollierten auch die Wirtschaft des Landes weitgehend. Während der amerikanischen Kolonialzeit erlebte das Land einen Aufschwung in allen wirtschaftlichen Bereichen. Im Jahre 1946 erreichten die Philippinen dann den Status eines unabhängigen Landes, wobei die USA weiterhin präsent blieben. Erst Anfang der 1990er Jahre wurde auch der letzte militärische Stützpunkt auf den Philippinen geräumt.

Die nach amerikanischem Vorbild durchgeführten Wahlen bescherten dem Land schon einige Präsidenten und Präsidentinnen. Das Problem der philippinischen Politiker war jedoch stets ein korruptes Staatswesen und eine schwache Wirtschaft.

Während der Landwirtschaftssektor (15%) im Laufe der letzten Jahre ein wenig an Bedeutung verloren hat, haben der Industrie (31 %) - und Dienstleistungssektor (54%) jeweils dazugewonnen. Heute werden hauptsächlich Textilien, Fischereiprodukte, chemische Erzeugnisse und Elektrogeräte auf den Philippinen hergestellt und exportiert.


Die Soziokulturellen Indikatoren der Philippinen

Die Religionen
Die Ureinwohner werden heute von den anderen Filipinos eher gemieden, denn sie unterscheiden sich mit ihren Riten und ihrem Glauben grundsätzlich von der ca. achtzigprozentigen Mehrheit der römisch- katholischen Bevölkerung. Der Rest der Bevölkerung lässt sich noch in 9% Protestanten, 5% Muslime und örtliche (z.B. Natur-) Religionen unterteilen.

Die Kultur
Als ethnische Gliederung ergibt sich eine große Mehrheit von 95,5% für die Malaien, sehr wenige Chinesen (1,5%) und andere (3%). Die Philippinischen Regierungen hatten immer wieder einmal mit Konflikten zwischen Moslems und Militärs zu kämpfen. Die beiden Amtssprachen sind Englisch und Filipino, dazu kommen noch ca. 80 Stammesdialekte.

Die Rolle der Frauen
Gibt man in eine Suchmaschine für das Internet den Begriff "Philippinen" ein, so erscheinen mindestens eine, wenn nicht mehrere Anzeigen, in denen "bildhübsche Filipinas (mit Foto) Ehepartner suchen". Die Situation der Frauen ist auf den Philippinen sicherlich besser als in Liberia, dennoch sehen viele Frauen einen persönlichen Vorteil darin, wenn sie einen Mann aus dem Ausland heiraten. Vorgegaukelt wird ihnen diese verdrehte Wirklichkeit von der Fülle an Heiratsvermittlern, die hohen Profit daraus schlagen, philippinische Frauen an heiratswillige Europäer oder Amerikaner zu vermitteln. Meist sind sie den Ehepartnern dann in deren Heimatland schutzlos ausgeliefert und müssen gegebenenfalls gewalttätige Ehemänner hinnehmen. Daraus wird ersichtlich, dass viele Frauen auch heute noch eher diesen Weg gehen wollen, vielleicht weil sie in ihrem Land keine Chance auf einen Beruf sehen.

Demographische Daten des Landes
Der Altersaufbau der Bevölkerung

Altersstruktur der Philippinen:

Die 0- 14jährigen (36,2%) und die 15- 64jährigen (59,9%) lassen den Anteil der über 65jährigen (3,9%) verschwindend gering erscheinen. Das durchschnittliche Alter liegt bei 21,8 Jahren. Die Lebenserwartung liegt im Durchschnitt bei 69,29 Jahren und damit schon beinahe zwanzig Jahre über dem Wert für Liberia. Die totale Fertilität liegt jedoch wieder darunter, nämlich bei 3,29 Kinder pro Frau.

Selbst entwickelt nach Angaben der CIA vgl. http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/rp.html

Das Bildungs- und Schulwesen

"Wegen der Altersstruktur (2 von 3 Filipinos sind 25 Jahre und jünger) steht das allgemein bildende und berufsbildende Schulsystem im Mittelpunkt der Regierungspolitik. So hat Frau Macapagal Arroyo (Anm.: Die derzeitige Präsidentin) in letzter Zeit mehrfach versprochen, in den nächsten Jahren 450 neue Grundschulen errichten zu wollen." (vgl. http://www.auswaertiges-amt.de/...) Das nach amerikanischem Vorbild eingeführte Schulwesen besteht aus überwiegend staatlichen Grundschulen und privaten Colleges. Auf den Philippinen gibt es ca. 40 Universitäten. Die Ausbildung der philippinischen Kinder ist vergleichsweise gut. Ungefähr 80% besuchen ein College oder eine weiterführende Schule. Der Alphabetisierungsgrad liegt bei 95,9%, wobei kein bedeutender Unterschied zwischen Männern und Frauen auffällt (Männer: 96%, Frauen: 95,8%). Eine kürzlich herausgegebene Ul'JESCO- Studie hat sogar ergeben, dass auf 100 Jungen, die eine höhere Schule besuchen, 110 Mädchen kommen (vgl. http://www.aegis.com/news/... November 6, 2003) Das ist sicher positiv zu bewerten. Denn Mädchen, die eine Schulausbildung erhalten und denen ein qualifizierter Beruf in Aussicht steht, bekommen im Allgemeinen auch später ihr erstes Kind und insgesamt weniger Kinder. Will man die demographische Situation eines Landes beeinflussen, ist es wichtig den Mädchen Zugang zu Bildung zu verschaffen.

Kriminalität und Krankheiten

"Es wird im ganzen Land von der Benutzung öffentlicher Transportmittel abgeraten. Große Menschenansammlungen sollten gemieden werden. Die allgemeine Kriminalitätsrate einschließlich schwerer Gewaltverbrechen ist hoch. Vermeiden Sie nach Möglichkeit, die Aufmerksamkeit durch öffentlich sichtbar getragene Wertgegenstände auf sich zu lenken. Führen Sie keine größeren Bargeldbeträge bei sich. Nutzen Sie Ihre Kreditkarte nur in renommierten Geschäften und Hotels und beobachten Sie den Abrechungsvorgang persönlich. Verriegeln Sie bei Fahrten mit Privat-Pkw oder Taxi in der Stadt die Türen und schließen Sie die Fenster. Nehmen Sie keine Nahrung von Fremden an (Gefahr von K.O.-Tropfen). Lehnen Sie Angebote von Fremden zu Touristenführungen in der Nacht wie auch die Mitnahme von Gepäckstücken (insbesondere für Flug nach Deutschland) ab. Beherzigen Sie die eindringlichen Warnungen der Behörden vor illegalem Drogenbesitz, der in den Philippinen mit harten Gefängnisstrafen bis hin zur Todesstrafe geahndet wird." (vgl. http://www.auswaertiges-amt.de/...)
Nach der Warnung des Auswärtigen Amtes zu schließen, haben die Philippinen also mit einem ernsthaften Kriminalitätsproblem zu kämpfen.
Die Aidsrate unter den Erwachsenen ist auf den Philippinen so hoch wie in Deutschland, d.h. sie liegt unter 0,1 %, was sehr wenig ist. Bei dieser Hochrechnung sind aber die nicht registrierten Aidserkrankten, wie z.B. Prostituierte auf der Straße, nicht berücksichtigt.

Die Kinder auf den Philippinen

Straßenkinder und Kinderprostitution
Auf den Philippinen gibt es laut Schätzungen 220.000 Straßenkinder allein in den 65 größten Städten. Davon sind jedoch nur 15 % wirklich ganz allein auf sich gestellt, d.h. obdachlos und von der Familie getrennt. Die übrigen verdienen mit den verschiedensten Tätigkeiten ihr Geld auf der Straße (s. Tabelle), leben jedoch mit ihren Eltern zusammen.

Hauptbeschäftigung der Straßenkinder:

Straßenverkauf

32%

Dienstleistungen

22%

Betteln

21 %

Autowaschen

15 %

Müllsammeln

9%

Diebstahl, Prostitution   

2%

Quelle: Today's Metro Manila Street Children, E. Lamberte

"Straßenverkauf" heißt, dass die Kinder den ganzen Tag an einer stark befahrenen Straße stehen, um Waren wie Zeitungen, Blumen, Zigaretten oder Süßigkeiten zu verkaufen. Meist huschen sie zwischen den Autos hindurch wenn diese an der Ampel warten und riskieren dabei ihr Leben. Am Tag verdient ein Kind, dass im Straßenverkauf tätig ist, umgerechnet einen Euro. Oft geht ein Straßenkind auch mehreren Tätigkeiten nach, z.B. verkauft es morgens Zeitungen, mittags putzt es Schuhe und abends bettelt es. Es gibt auch ganze Familien, die in und vom Mün leben. Die hygienischen Bedingungen auf den Müllhalden sind katastrophal. In der Hauptstadt Manila gibt es ca. 60.000 Kinder auf der Straße, sie sind zwischen fünf und 18 Jahren alt. Wie kommt so etwas zustande? Ein Grund ist sicherlich die weltweite Urbanisierung, d.h. Menschen wandern vom Land in die Stadt, weil sie sich dort bessere Lebensumstände erhoffen. In der Stadt angekommen, landen sie jedoch meist erst mal in den Rand- und Slumgebieten, weil sie keine Arbeit haben. Schnell steigt die Schuldenbelastung und auch der psychische Druck, was die Familien auseinandertreibt. Oft müssen Kinder arbeiten um der Familie wenigstens ein kleines Einkommen zu bescheren. Nicht selten treibt Gewalt in der Familie die Kinder dazu, auf die Straße zu flüchten. Mancher Jugendliche sehnt sich auch nach individueller Freiheit und möchte sein Leben selbst gestalten, statt den Eltern zu gehorchen oder in die Schule zu gehen. Als Beispiel mag der Junge Richard aus Manila dienen:

Richard ist 13 Jahre alt und lebt in Manila. Seine unfreiwillige Karriere als Straßenkind begann, als sein Pflegevater krank und arbeitslos wurde. Die Stimmung zu Hause wurde dadurch unerträglich. Unter dem Einfluss von "Freunden" begann Richard die Schule zu schwänzen und sich in der Stadt herumzutreiben. Um ihn von der Straße fern zu halten wurde er zu seiner leiblichen Mutter zurückgeschickt. Doch bei ihr war er dem Zorn und den Schlägen durch den Freund der Mutter ausgesetzt. Also wurde er wieder zu seiner Pflegefamilie zurückgebracht. Diese wurde mit Richard nicht mehr fertig und schickte ihn immer wieder zu seiner Mutter. Irgendwann bei dem Hin und Her riss Richard aus. Er lebt davon, auf den Straßen Manilas Plastiktassen zu sammeln und zu verkaufen.

(erzählt nach: "Richards Traum von einem Zuhause" in: Kinder der WeltEndstation Straße. UNICEF/94)

Straßenkinder in Manila - Länge des Aufenthaltes auf der Straße:

weniger als 6 Monate  
6-12 Monate
12-24 Monate
über 2 Jahre


25 %
15 %
20 %
40 %

 

 

Quelle: Today's Metro Manila Street Children, E. Lamberte

 

 

Eine große Anzahl (40%) der Straßenkinder lebt also länger als zwei Jahre auf der Straße und in Armut. Oft wird auch die nächste Generation auf der Straße geboren und die ganze Familie lebt ohne ein festes Zuhause. Im allgemeinen ist die soziale Mobilität von Kindern auf der Straße sehr gering. Da die Kinder zum Unterhalt der Familie beitragen müssen, ist auch die fehlende Schulbildung ein großes Problem.
Auf dem Land wird jedes Kind in der Familie gebraucht, um auf dem Feld und im Haushalt zu helfen. Kinder, die schwere körperliche Arbeit verrichten, sind hier als normal angesehen. Aus demselben Grund können sie meist keine Schule besuchen, außerdem sind manche Dörfer von der Infrastruktur regelrecht abgeschnitten. Um sich die Situation der Kinder besser vorstellen zu können, sollte man am besten das Buch "Unter den Füßen die Glut" von H.-M. Grosse Oetringhaus lesen, in welchem er sehr anschaulich in Romanform wahre Geschichten von Kindern erzählt. In Kapitel sechs "Am Zucker klebt Blut" erhält der Leser einen kleinen Einblick in das Leben des jungen Rodrigo. Seine Familie ist arm. Seine Eltern arbeiten auf der Zuckerrohrplantage eines Großgrundbesitzers, und um ihnen zu helfen, kann Rodrigo die Schule nicht besuchen. Man merkt hier schnell, dass die Bauern keine Chance haben, denn jeden Tag müssen sie aufs Neue um ihren Arbeitsplatz bangen. Die meisten der Geschichten spielen zur Zeit der Marcos - Diktatur. Gewerkschaften, die damals gegründet wurden, hat Marcos mit Hilfe des Militärs grausam niedergeschlagen.
Auf dem Land ist jedoch auch die medizinische Versorgung teilweise sehr schlecht, was man an folgendem Fall von Joel und Diana sehen kann:

Joel (7) und Diana (9) haben das gleiche Schicksal: Sie wurden mit einer sogenannten Hasenscharte geboren und sind daher seit ihrer Geburt entstellt. Sie können nicht richtig essen. Sie leben in einem Dorf in der Provinz Maguindanao. Sie müssten operiert werden, doch daflir fehlt das Geld; außerdem gibt es in dem Dorf keinen Arzt, der das machen könnte. Die nächste Krankenstation ist 23 Kilometer entfernt und nur auf einem ehemaligen Holzabfuhrweg zu erreichen, der bei Regen unpassierbar ist und ansonsten nur mit besonders ausgerüsteten geländegängigen Motorrädern bewältigt werden kann. Zu diesem Zweck wickeln die Motorradfahrer Fahrradketten um das Hinterrad, damit dieses besser im Matsch greifen kann. Wir würden schlicht Schneeketten sagen. Wird jemand ernstlich krank, so dass er nicht mehr auf dem Motorrad sitzen kann, sondern liegen muss, muss er diese Strecke getragen werden. Aber auch in dieser Krankenstation kann eine solche Kieferoperation nicht durchgeführt werden. Sie dient nur für Entbindungen. Es gibt dort nur einen Arzt, der auch nur gelegentlich da ist. Die nächste größere Krankenstation befindet sich weitere 25 bzw. 40 Kilometer entfernt. Wie können Joel und Diana dorthin kommen? Die Stiftung Für Kinder versucht gerade, diese Frage zu beantworten und Mittel und Wege für eine Operation herauszufinden....
(Quelle: Gespräch mit E. Arnsperger von der Stiftung für Kinde", 10.01.04)

Wie man sich die Situation der philippinischen Kinder genau vorstellen muss, veranschaulicht das folgende Interview mit Herrn E. Arnsperger von der STIFTUNG FÜR KINDER. Die Fragen sollen weitere Auskünfte zu den Themen Rolle von Mann und Frau in der Gesellschaft, Bildungs- und Schulsystem sowie Probleme der Kinder geben.

(Die Themen aus dem Interview sind in der FAQ Seite1 berücksichtigt. Anmerkung der Redaktion Stiftung für Kinder).

Kinderprostitution auf den Philippinen ist ein ernstzunehmendes Problem.
Man schätzt, dass jährlich ca. 400.000 Touristen- und dabei handelt es sich hauptsächlich um Männer- allein aus Deutschland in ein Land der dritten Welt fliegen, um für wenig Geld Sex zu haben. Auf den Philippinen ist dieses Problem besonders drastisch. Denn hier verkaufen sich nicht nur Frauen, sondern auch Kinder. Die Touristen fühlen sich unbehelligt, denn von staatlicher Seite 'Nerden sie nicht zur Rechenschaft gezogen. Sie bewegen sich frei in ihrer Anonymität und begehen Verbrechen, die in ihren Heimatländern unter hoher Bestrafung stehen. Die Organisation ECPA T (End Child Prostitution in Asian Tourism) schätzt, dass auf den Philippinen ca. 100.000 Jungen und Mädchen in Prostitutionsgeschäfte involviert sind. Doch diese Zahl ist nur eine Schätzung. Die Kinder, die ins Ausland verkauft werden, sind dabei noch gar nicht miteinbezogen. Dennoch sind die Touristen nicht die Hauptschuldigen, denn oft machen die Einheimischen einen weit größeren Bruchteil der Täter aus. Seinen Anfang nahm das Problem augenscheinlich seit dem zweiten Weltkrieg, als amerikanische Militärs auf den Philippinen stationiert waren und die Anfrage nach Prostituierten, vor allem sehr junge und kindlich wirkende, stieg. Kinderprostitution hat in den letzten Jahren einen starken Zuwachs erfahren, und das auch, weil viele Täter dem Irrglauben unterliegen, Kinder könnten sich nicht mit dem HI- Virus anstecken und seien deswegen "ungefährlicher". Man kann auch eine starke Zunahme von pornographischen Dokumenten beobachten, die über das Internet vertrieben werden. Häufig sind davon Minderjährige betroffen.

Tabelle: Minderjährige Prostituierte in ausgewählten Ländern

Land

Anzahl

Gesamtbevölkerung in Mio.

Indien

400.000

850

 

Thailand

800.000

55

 

Philippinen  

100.000

60

 

Brasilien

200- 500.000  

150

 

Chile

50.000

13

 

Deutschland         

40.000

80

 

Durch die Armut der Bevölkerung begrüßen es hochverschuldete Eltern manchmal sogar, wenn die Kinder "etwas dazuverdienen", Kinder, die von zu Hause abhauen, geraten oft in die Hände sogenannter "Schlepper", die sie mit allerhand Versprechen in Bars und Bordelle locken. Die Täter kommen meist unbehelligt davon, denn die Polizisten sind meist unterbezahlt, und wollen sich nicht um die Probleme der Kinder kümmern.

Kinderhilfsprojekte

Die Hauptziele der Gegner der Kinderprostitution sind

  • durch Öffentlichkeitsarbeit Proteste, Aktionen, neue Gesetze und
    Spenden hervorzurufen
  • Regierungen und öffentliche Einrichtungen zu sensibilisieren und
    gemeinsam gegen das Problem zu kämpfen
  • betroffenen Kindern die Möglichkeit zum Ausstieg zu geben, wobei Rehabilitation und Bildung im Vordergrund stehen.

Die Organisation ECPA T hat einen Verhaltenskodex ausgearbeitet, bei dem sich deutsche Reisebüros verpflichten, den Sextourismus nicht zu unterstützen und auch philippinische Partner auf das Problem hinzuweisen. Durch Informationsmaterial sollen Kunden, Reiseveranstalter und Hotelbesitzer sensibilisiert werden.
Die von dem irischen Pater Shay Cullen ins Leben gerufene Organisation PREDA wird von der Kindernothilfe Deutschland unterstützt. Sie fördert Therapiezentren auf den Philippinien in die Pater Cullen selbst Kinder aus dem Prostitutionsmilieu holt und versucht, sie zu resozialisieren. Er setzt sich auch politisch für die Kinder ein, z. B. hat er einen offenen Brief an den deutschen Außenminister Fischer geschrieben, worin er ihn bittet, durch Verweigerung von Entwicklungshilfe an die Philippinen Druck auszuüben. Außerdem ist er Mitglied der Fairhandelsbewegung, die sich gegen die Hauptursache der Kinderprostitution, der Armut, zur Wehr setzt, indem sie Arbeitsplätze schafft.
Auch kann man sich auch über die "Aktion Schutzengel" von missio informieren. Eine Ordensschwester, die ein Rehabilitationszentrum für missbrauchte Kinder errichtet hat, informiert über Lösungen des Problems. Ein Vorschlag von ihr ist, zu versuchen, die Täter, die ihrer Meinung nach nur aus der Leere ihres Daseins heraus zu Tätern werden, zu resozialisieren und therapeutische Gespräche zu suchen.

Schluss

Ich habe besonders die Probleme hervorgehoben, die für ein Land spezifisch sind. Das soll nicht heißen, dass es nicht auch in Liberia minderjährige Prostitüierte gibt oder auf den Philippinen keine zwangsrekrutierten Kinder. Ich habe einige Hilfsorganisationen vorgestellt. Ihnen ist sehr viel zu verdanken, denn sie leisten große humanitäre Hilfe. Dennoch muss auch in der Gesellschaft ein Umdenken stattfinden, um beispielsweise die Kinderarbeit zu boykottieren. Es reicht nicht, dass man einmal im Jahr spendet. Man sollte bewusster einkaufen, um so z.B. Fair- Trade- Organisationen zu unterstützen. Durch Massenproduktion der Güter, die wir kaufen, weil sie besonders billig sind, kommt es schließlich zur Kinderarbeit, denn für solchen Lohn lässt sich kaum ein Erwachsener finden. Wenn die Kinder arbeiten, fehlt ihnen jedoch die Schulbildung, die sie so dringend bräuchten. So ist es ein ewiger Teufelskreis. Es gibt so viele Organisationen, die den Kindern helfen und die man unterstützen kann, und ich finde, man sollte es auch tun. Denn schließlich sind es die Kinder, die die Hoffnung und die Zukunft symbolisieren. Was wird aus den Kindersoldaten, Straßenkindern und Kinderprostituierten von heute? Vielleicht sind sie morgen die Regierenden ihrer Länder. Doch ich frage mich, wie die Zukunft dieser Länder gestaltet wird. Vielleicht wird es von Menschen regiert, denen in ihrer Kindheit unbeschreibliche Dinge widerfahren sind; von Menschen, die nie etwas anderes erfahren haben als den "Ausnahmezustand", der in ihren Augen "normal" ist. Vielleicht sind es aber auch gerade die Kinder von heute, die dann den Kindern von morgen helfen, um zu verhindern, dass ihnen das gleiche passiert.