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T´duray-Kinderprojekt in Pandan

Seit Mitte der neunziger Jahre befindet sich das Pandan - Child Social Development Program in der Gemeinde South Upi / Provinz Maguindanao im Aufbau. Dieses lange Zeit von der Regierung benachteiligte Gebiet, in dem vor allem in den sechziger und siebziger Jahren eine zerstörerische Kahlschlagpolitik betrieben wurde, so daß kaum mehr Wald vorhanden ist, wird mehrheitlich von den T´duray bewohnt, die zu den zahlreichen indigenen Ethnien im Süden der Philippinen - auch Lumad genannt - zählen. Zu erreichen ist Pandan auf einer nur streckenweise asphaltierten Straße, die sich von Cotabato City aus über Nuro 60 km lang in südlicher Richtung bis nach Timanan erstreckt. Ein Jeepney braucht für diese Strecke vier Stunden. Von Timanan aus gibt es keine asphaltierte oder Schotterstraße mehr, sondern nur noch einen in der Regenzeit fast unpassierbar gewordenen "logging trail" (Holzabfuhrweg), der Mitte der sechziger Jahre angelegt worden ist. Auf diesem Weg, der nur entweder zu Fuß, zu Pferd oder mit einem geländegängigen Motorrad passierbar ist, erreicht man nach 23 Kilometern Pandan.

Die Ortschaft Timanan - Auf dem Weg nach Pandan im Jahr 1997

In einem ausführlichen Situationsbericht, der eine Befragung von über 110 Haushalten einschloß, erstellte unser Mitarbeiter vor Ort ein soziopolitisches Profil, das dazu dient, den vor allem kinder- und jugendrelevanten Erfordernissen in der Region Rechnung zu tragen. Flankierend zu den Untersuchungen bildete sich ein aus 15 Personen der unterschiedlichsten Sektoren (Bauern, Landarbeiter, Frauengruppen, und Kleinhändler) zusammengesetztes Ad-hoc-Komitee, das den Aufbau eines Kinderparks begleitet. Im Vordergrund stehen dabei die angemessene Versorgung und die vorschulische Betreuung sowie die Ausarbeitung eines den Lebensbedingungen angepaßten Curriculums. Konkret heißt das zweierlei: Die Kinder sollen einerseits im Geiste eines "tri-people-approach" aufwachsen und erzogen werden, der von früh auf ein friedliches Zusammenleben mit Christen und Muslims fördert. Zum anderen sollen sie befähigt werden, als Jugendliche und Erwachsene aktiv ihre eigene Zukunft zu gestalten und sich als gleichberechtigte Bürger/-innen politisch, wirtschaftlich und kulturell zu entfalten.

Blick auf die Berge in Sultan Kudarat - Auf dem Rückweg von Pandan im Jahr 2003

Der Schwierigkeiten, ein solch ambitioniertes Vorhaben in die Praxis umzusetzen, sind sich alle Beteiligten bewußt. Diese Schwierigkeiten resultieren nicht nur aus Vorurteilen und Benachteiligungen im Laufe einer langjährigen Kolonisierung der Region. Sie werden verschärft durch immer wieder aufflackernde militärische Konfrontationen zwischen Militärs und Para­militärs auf der einen und bewaffneten musli­mischen Widerstand­sgrup­pen auf der anderen Seite. Das führt wiederholt zur Militarisierung und erschwert den reibungslosen, geordneten Lauf der Dinge. Noch im Januar / Februar 1999 geriet Pandan auf diese Weise neuerlich in die Schußlinie der Kontrahenten und sah sich über Nacht mit einer Großzahl (zwangs-)evakuierter Familien aus benachbarten Dörfern konfrontiert. Im Dezember 2002 kam es sogar zu einer unmittelbaren Konfrontation des Militärs mit den sich gerade in Pandan aufhaltenden Repräsentanten der Stiftung, bei der die Stiftungsorgane aufgefordert wurden, ihre  - terroristisch / subversive - Arbeit einzustellen und das Land zu verlassen (siehe unten mehr...).

Die Walter-Gastreich-Stiftung c/o Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V. / Essen kofinanzierte dieses Projekt im Jahr 1998.

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